Gedenkstättenensemble Berliner Mauer in der Bernauer Straße
Seit Ende der 1990er Jahre besteht an der Bernauer Straße zwischen den Bezirken Wedding und Mitte ein Gedenkensemble zur Berliner Mauer. Dazu gehören Gedenkstätte Berliner Mauer, das Dokumentationszentrum Berliner Mauer sowie die Kapelle der Versöhnung.
Hier wurde an einem originalen Standort ein Mauerabschnitt neu aufgebaut. Es gibt eine Ausstellung und viele Informationen über die Mauer. Ein Aussichtsturm ermöglicht einen guten Überblick. Die Versöhnungskapelle entstand über den Fundamenten des Chores der 1985 gesprengten Versöhnungskirche.
Geschichtsmeile Berliner Mauer
Die Geschichtsmeile Berliner Mauer ist eine viersprachige Dauerausstellung. Sie informiert an 29 Stationen entlang des innerstädtischen Mauerwegs über die Geschichte von Teilung, Mauerbau und Maueröffnung. Mit Fotografien und Texten werden Ereignisse geschildert, die sich am jeweiligen Standort zugetragen haben und die politische Situation sowie den Alltag in der geteilten Stadt deutlich machen.
In der Innenstadt ist der ehemalige Verlauf der Berliner Mauer im Boden mit einer doppelten Pflastersteinreihe und gusseisernen Tafeln „Berliner Mauer 1961–1989“ markiert. Wer der Kennzeichnung folgt, kann zu Fuß die Spuren der Grenzanlagen erkunden.
Einige Standorte von Tafeln:
Bornholmer Straße / Bösebrücke
Bernauer Straße 48 und 78
Chausseestraße / Ecke Liesenstraße
Reichstagufer Gedenkort „Weiße Kreuze“
Potsdamer Platz
Heinrich-Heine-Straße
Sonnenallee
East Side Gallery
Entlang der Mühlenstraße in Friedrichshain ist ein Stück „Hinterlandmauer“ 1990 von 118 Künstlern und Künstlerinnen aus 21 Ländern bemalt worden. Die Bilder drücken die Freude über den Fall der Mauer aus. Die eigentliche Grenze verlief am gegenüber liegenden Kreuzberger Ufer. Doch um Flüchtlinge frühzeitig zu stellen, war hinter der Mauer entlang der Straße das übliche Schema aus Signalzaun, Kolonnenweg, Lichttrasse und Grenzsicherungszaun aufgebaut worden.
Alliierten-Museum
Das Alliierten-Museum erzählt die Geschichte der Westmächte in Berlin von 1945 bis 1994. Zu den Exponaten der Ausstellung gehören das weltberühmte Wachhäuschen vom Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße/Ecke Zimmerstraße und viele andere Objekte zur politischen, militärischen und Alltagsgeschichte.
Deutsch-Russisches Museum Berlin Karlshorst
Am 8. Mai 1945 unterzeichnete Generalfeldmarschall Keitel in der von der Roten Armee eingenommenen Pionierschule, dem späteren Amtssitz der Sowjetischen Militäradministration, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. In der Dauerausstellung werden die deutsch-sowjetischen Beziehungen von 1917 bis 1990 dargestellt, vor allem erinnert das Museum an den Krieg im Osten zwischen 1941 und 1945.
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e. V.
Die Erinnerungsstätte zeigt am historischen Ort eine Ausstellung zur deutsch-deutschen Fluchtbewegung. Das West-Berliner Notaufnahmelager Marienfelde war für viele Flüchtlinge aus der DDR die erste Station. 1,35 Millionen Menschen wurden von 1953 bis 1990 hier aufgenommen. Die Ausstellung informiert über Fluchtmotive und Fluchtwege, die Stationen des Notaufnahme-Verfahrens, den Neubeginn im Westen und über die Bespitzelung von Flüchtlingen durch die Staatssicherheit.
Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie
Das private Museum hält am historischen Ort die Erinnerung an die Mauer fest und widmet sich dem internationalen Kampf für Menschenrechte. Ausgestellt sind unter anderem viele Objekte, die von Flüchtlingen und Fluchthelfern genutzt wurden.
Gedenkstätte "Günter Litfin"
Günter Litfin wurde am 24. August 1961 bei dem Versuch nach West-Berlin zu fliehen, von Angehörigen der Transportpolizei erschossen. Er war nach dem 13. August 1961 das erste Opfer gezielter Schüsse an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Die Gedenkstätte will an Günter Litfin und alle anderen Opfer der SED-Diktatur erinnern, die vom DDR-Grenzregime verletzt oder getötet worden sind. Sie ist dank einer privaten Initiative in einer ehemaligen Führungsstelle der DDR-Grenztruppen eingerichtet worden.
Von der Gedenkstätte führt ein Fuß- und Radweg am Spandauer Schifffahrtskanal entlang über den historischen Invalidenfriedhof zum ehemaligen Grenzkontrollpunkt Invalidenstraße.
Invalidenfriedhof
Der 1748 im Auftrag Friedrich II. für die Invalidenhausgemeinde angelegte Invalidenfriedhof stößt an die Böschungsmauer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Genau in dessen Mitte verlief die Sektorengrenze. Bis heute sind hier ein rund 180 Meter langer und mehrfach durchbrochener Abschnitt der einstigen Hinterlandmauer und ein etwas längerer Abschnitt des Kolonnenweges, die den Invalidenfriedhof seit 1975 durchschnitten, erhalten geblieben. Die Mauersegmente wurden 2003 im Auftrag des Landesdenkmalamtes saniert und wieder mit der für die Ostseite der Hinterlandmauer typischen Farbfassung von lang gestreckten weißen Rechtecken in grauer Rahmung bemalt.
Beobachtungsturm in der Erna-Berger-Straße (Nähe Potsdamer Platz)
Der an der Erna-Berger-Straße stehende Wachturm ist einer der letzten seiner Art. Im Inneren führt eine eiserne Leiter in die achteckige Beobachtungskanzel. Dieser Typ wurde ab 1969 zur Grenzsicherung an der Berliner und innerdeutschen Grenze eingesetzt.
Der heute in der neu erschlossenen Erna-Berger-Straße stehende Wachturm befand sich außerhalb des Todesstreifens und diente der Vorfeldsicherung der Grenze. Von ihm aus wurde das verwinkelte und unübersichtliche Gelände zwischen dem ehemaligen Haus der Ministerien (heute: Bundesfinanzministerium), der Akademie der Wissenschaften der DDR (heute: Berliner Abgeordnetenhaus) und der Hinterlandmauer an der Stresemannstraße überwacht. Im Zuge der Neubebauung des Geländes in der Nachwendezeit musste der Turm um rund acht Meter nach Osten versetzt werden.
Berliner Mauerweg
Entlang des Mauerstreifens um den gesamten westlichen Teil Berlins verläuft der Berliner Mauerweg. Dieser Rad- und Fußweg entlang der 160 Kilometer langen Trasse der ehemaligen Grenzanlagen ist größtenteils gut ausgebaut und seit 2005 nahezu vollständig. Bis auf kleinere Abschnitte ist die Strecke durchgehend asphaltiert. Der Mauerweg führt überwiegend über noch vorhandene ehemalige Zoll- und Kolonnenwege oder neu angelegte Wege im Grenzstreifen, ansonsten auf parallel zur Grenze verlaufenden öffentlichen Verkehrsflächen.
Für die Planung von Radtour oder Spaziergang ist der Berliner Mauerweg in 14 Einzelstrecken gegliedert. Sie sind zwischen sieben und 21 Kilometer lang.