Das Themenjahr rund um das zwanzigste Jubiläum des Mauerfalls beginnt –anknüpfend an die Proteste gegen die letzten Kommunalwahlen in der DDR – am 7. Mai 2009 mit einer Open-Air-Ausstellung auf dem Berliner Alexanderplatz. Die Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ beschäftigt sich mit der friedlichen Wende in der DDR. Der Protest der Bürgerrechtler im Frühjahr 1989 begründete die landesweite Demonstrationsbewegung im Herbst und markierte den Anfang vom Ende der Mauer. Auf dem Alexanderplatz fanden sich danach an jedem 7. des Monats Demonstranten ein.
Die Open-Air-Ausstellung wird von der Robert-Havemann-Gesellschaft präsentiert und dokumentiert in Themenblöcken den Verlauf der friedlichen Revolution. Neben der historischen Chronologie veranschaulicht sie auch die Vielschichtigkeit der Prozesse und verdeutlicht die Handlungen der Bürger und ihre Motive. Zudem werden die heutigen zum Teil kontroversen Ansichten auf das Jahr 1989 dargestellt. Mit Dokumenten, Filmen und Fotos ist die gesamte Ausstellung eine multimediale Inszenierung, begleitet von einem vielfältigen Rahmenprogramm und regelmäßigen Führungen. Damit wird den Besuchern ein audio-visuelles Geschichtserlebnis ermöglicht, das zudem kostenlos und rund um die Uhr zugänglich ist.
Der Fall der Berliner Mauer hat vor allem im Stadtbild große Veränderungen nach sich gezogen. Darum geht es in dem Projekt „Schauplätze – 20 Jahre Berlin im Wandel“. An wechselnden zentralen Orten der Stadt wird der Wandel Berlins sichtbar und erfahrbar gemacht. Von Januar bis November dienen dabei Regierungsbauten, Botschaften und neue Stadtzentren als Kunstobjekte, an denen die dynamische Entwicklung Berlins mit Projektionen, großflächigen Fassadengestaltungen oder fokusartigen Ausstellungen visualisiert wird. Zusätzlich gibt es ein kulturelles Programm zur Eröffnung, das auf die entsprechende Location abgestimmt ist – etwa eine Vernissage oder kleine Konzerte. Eine temporäre Infobox mit Aussichtsplattform und integriertem Café dient an den Orten des Geschehens zusätzlich als zentraler Anlaufpunkt, von dem Führungen zu den wechselnden Schauplätzen starten.
Im Oktober wird das Jubiläum „20 Jahre Mauerfall“ gigantisch gefeiert: Zwei Riesen erobern dann die deutsche Hauptstadt und erzählen eine Geschichte von Trennung und Wiedervereinigung. Die bis zu 14 Meter hohen Marionetten der französischen Theatergruppe „Royal de Luxe“ besuchen getrennt voneinander mehrere Tage lang bedeutende Schauplätze, wie den Alexanderplatz und das Rote Rathaus. Sie agieren dabei vollkommen lebensecht und bringen kleine wie auch große Zuschauer zum Staunen. Das Spektakel findet seinen Höhepunkt mit einem Treffen der beiden Giganten – dann sind der „große Riese“ und die „kleine Riesin“ wieder vereint.
Zentrales Ereignis zum 9. November ist das große Fest am Brandenburger Tor. Bereits im Vorfeld gestalten Schüler etwa 1,30 Meter hohe und 80 Zentimeter breite Dominosteine – symbolische Mauerblöcke – aus Kunststoff und beschäftigen sich dabei gleichzeitig mit dem Thema Mauer und Diktatur. Die Quader werden, dem ehemaligen Grenzverlauf folgend, links und rechts neben dem Brandenburger Tor aufgestellt. Die Gesamtlänge wird voraussichtlich zwei Kilometer betragen. Als ein Höhepunkt des Festes am 9. November soll diese symbolische Mauer dann mit einem Dominoeffekt umfallen. Eine dafür notwendige Sperrung mehrerer heute unverzichtbarer Verbindungsstraßen zwischen Ost und West verdeutlicht gleichzeitig die frühere Teilung der deutschen Hauptstadt.
Der Festakt zum Jahrestag findet auf einer Bühne am Brandenburger Tor statt, zu der Besucher aus unterschiedlichen Richtungen mit Hilfe eines Leitsystems geführt werden. Zudem errichten die Organisatoren Videoleinwände, auf denen Bilder vom Fall der Mauer gezeigt werden. Nach der feierlichen Eröffnung des Festaktes werden auf ein Zeichen des Regierenden Berliner Bürgermeisters die letzten Dominosteine der beiden Ketten angestoßen. Der Dominoeffekt erreicht, von links und rechts kommend, nach wenigen Minuten das Brandenburger Tor und löst ein Feuerwerk aus. Im Anschluss beginnt ein hochkarätiges musikalisches Programm mit Gruppen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten 20 Jahre im gewandelten Berlin stehen.
Foto: Kulturprojekte Berlin