Die bayerische Landeshauptstadt feiert 2008 ihr 850-jähriges Bestehen und hat zu diesem Jubiläum ein attraktives Programm für Besucher vorbereitet.
Gefeiert wird unter dem Motto „Brücken bauen“. „Es werden Brücken geschlagen von der Stadtgründung bis in die heutige lebendige, farbenfrohe und traditionsreiche Stadtkultur, zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Generation, Bildung, Glaubens, zwischen jung und alt, arm und reich“, so Oberbürgermeister Christian Ude. Das Fest soll eine Feier von den Münchnern für die Münchner und ihre Gäste werden. In allen Stadtteilen wird es den ganzen Sommer über Theater- und Kabarett-Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen, sowie Lesungen und Führungen geben.
Eingeläutet wird das Jubiläumsjahr am „Geburtstag“ der Stadt am 14. und 15. Juni 2008. München, manchmal als „Millionendorf“ bezeichnet, zeigt sich dabei als wahre Weltstadt: Ein Bühnenprogramm spannt den Bogen zwischen der traditionellen bayerischen und der in München lebendigen internationalen Volkskultur.
Bei einem Bummel über den großen Kunsthandwerkermarkt zwischen Marienplatz und Odeonsplatz kann man den Handwerkerinnungen bei ihrer Arbeit zuschauen. Gruppen aus aller Welt spielen zu Volkstänzen auf und laden zum Mittanzen ein. Die Heimat- und Trachtenvereine des „Isargau“ zeigen mit rund 10.000 Teilnehmern bayerisches Brauchtum und begegnen dabei ausländischen Kulturen. Flößervereine aus dem Oberland ziehen mit einem Floß-Pferdegespann ein, bauen auf dem Rindermarkt ein Floß auf und erinnern so an die frühere Nutzung der Isar. Zur kulinarischen Rast lädt bayerische und internationale Gastronomie ein.
Kultureller Genuss ist bei der Konzertreihe der Münchner Philharmoniker (8., 9. und 11. Juni) garantiert, die der Stadt die Uraufführung eines Werkes schenken, für das die Komponistin Victoria Borisova-Ollas ihr persönliches Klangbild von München vertont hat.
Für Theater-Liebhaber ist der 14. Juni ein besonderes Datum, denn dann wird das renovierte Cuvilliés-Theater, eines der schönsten Rokokotheater Deutschlands, im originalen Glanz mit Mozarts Oper „Idomeneo“ wiedereröffnet. Das älteste Opernhaus Münchens, kann auch von Nicht-Theatergängern besichtigt werden.
Umzug verkehrt herum: Mitte Juli wird der Altstadtring autofrei und München erwartet hier eine andere Art von Umzug: Die Zuschauer bewegen sich durch Szenen und entdecken dabei Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt. Am Odeonsplatz wird eine fulminante Stadtrevue, am Isartor und im Tal Bilder aus dem bäuerlichen München inszeniert.
Dazwischen gibt es Aktionen auf der Sportmeile mit Trendsportarten, Traditionsvereinen und bekannten Sportlern. Kinder und Familien verwandeln die Straße in einen Fluss mit vielen Brücken und begeben sich auf eine spielerische Zeitreise.
Das Sendlinger Tor wird zum Ort für Kreativität und Begegnungen mit internationalen Musikgruppen, Musikmaschinen und Roboterfiguren. Am Maximiliansplatz bringt eine Inszenierung Musik und Theater unterschiedlicher Stilrichtungen auf die Straße.
Das Geschichtsprojekt „Brücken zur Demokratie“ stellt rund um den Platz der Opfer des Nationalsozialismus die Entwicklung Münchens vom Faschismus zur Demokratie dar.
Auf dem Wittelsbacherplatz trifft eine temporäre Architektur aus Lkws und Containern auf ein klassizistisches Ensemble – in einer Freiluftgalerie Münchner und internationaler Künstler. Auch Wirtschaft und Wissenschaft präsentieren sich auf ihren Meilen voller Lebendigkeit mit spannenden Programmen.
Anfang August kehrt das Fest dann dorthin zurück, wo für die Stadt München durch Heinrich den Löwen alles begann: an die Isar. An den Ufern des Flusses wird beim Isarbrückenfest drei Tage lang ein romantisches Fest gefeiert. Dazu tragen Musik und Lichterglanz auf den Brücken und dem Wasser, Theater zwischen alten Bäumen, Projektionen und eine Windinstallation, ein Zeittunnel mit vielen Überraschungen, Inseln zum Flanieren oder Ruhen und Bühnen mit Vorführungen und Konzerten bei.
Es begann mit einer „frevelhaften, verwegenen Tat“: Um den einträglichen Salzhandel von Reichenhall und Hallein nach Augsburg auf sein Gebiet umzuleiten, zerstörte Heinrich der Löwe, damaliger Herzog von Sachsen und Bayern, die Brücke über die Isar bei Föhring und verlegte den Markt kurzerhand einige Kilometer isaraufwärts an seine Isarbrücke. Damit wurde er zum eigentlichen Gründer von Munichen, denn der Name der Siedlung wurde im Juni 1158 auf dem Reichstag von Kaiser Barbarossa erstmals urkundlich erwähnt und München erhielt Zollbrücke, Münz- und Marktrecht. Jahre später fiel Heinrich in Reichsacht, die Tat wurde verdammt und die Siedlung Munichen sollte wieder zerstört werden – doch dieser Entscheid wurde nie vollstreckt und so kann die heutige Millionenstadt im nächsten Jahr ihr 850-jähriges Bestehen feiern.